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Freitag, 2. Mai 2014

Märchenstunde - Das Glück

Es wandelte stets durch die Welt, auf der Suche nach Kontakt
Wie ein Vogel frei im Feld, die Taschen wundervoll gepackt

Das Glück zog grenzenlos durchs Land, auf der Suche nach der Tür
Die für das Glück auch offen stand, für Nöte hatte es Gespür

Ein Klopfen hier, ein Klingeln da, und ewig wartend auf das Wort
"Komm doch herein und bleib bei mir", stets schickte man es fort

Kein Glück hatte das Glück gehabt, es wurde nicht gesehen
So zog es weiter unerkannt, auch Glück kann man verschmähen

Einst traf es eine junge Frau, die Einsamkeit war ihre Not
Geschmückt war sie, ein stolzer Pfau, in ihrem Herzen längst schon tot

Das Glück lud sie zum Essen ein, ein Rendezvous war sein Geschenk
Von ihrem Herzen fiel kein Stein, sie wollte nicht mal ein Getränk

Sie sprach, sie sei zu gut dafür, sie wolle sich aufheben
Für einen der macht auf die Tür um glamourös zu leben

Kein Glück hatte das Glück gehabt, es wurde nicht gesehen
So zog es weiter unerkannt, auch Glück kann man verschmähen

Es klopfte an bei einem Mann, gestresst, erledigt sah er aus
Es bot ihm die Entlastung an, doch er warf es hinaus

Nie könnte er darauf verzichten, Prestige und Macht das ist der Lohn
Wovon soll er dem Freund berichten, der neue Job wäre ein Hohn

Kein Glück hatte das Glück gehabt, es wurde nicht gesehen
So zog es weiter unerkannt, auch Glück kann man verschmähen

In einem Park trug es sich zu, ein Kinderherz voll Kummer
Das Glück gesellte sich dazu, es sah ein Kind mit Hunger

Es bot dem Kind die Hoffnung an, dass alles Leid vergeht
Ein jeder Mensch verändern kann, solang die Welt sich dreht

Es schaltete den Fernseher ein, der Lehrer war ein Spinner
Wissen könnte ein Ausweg sein, die Straße war Gewinner

Kein Glück hatte das Glück gehabt, es wurde nicht gesehen
So zog es weiter unerkannt, auch Glück kann man verschmähen