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Sonntag, 12. Januar 2014

Textfragment Währung

Ich habe eine Beobachtung gemacht, die ich für zu essentiell halte, als das ich sie für mich behalten will. Im Zentrum meiner Wahrnehmung steht der Austausch, der in jeglicher Form des menschlichen Miteinander stattfindet. Jede Art von Kontakt, lässt meine Beobachtung erfahrbar machen.
Das menschliche Miteinander beschreibe ich in der Qualität eines Tauschhandels. Er unterliegt keinen herkömmlichen marktwirtschaftlichen  Richtlinien. Gleichzeitig haben wir es mit Märkten zu tun, die Aufgrund eines Mangels - nämlich dem, des Fehlens einer universell geltenden Währung eher Zufällig ins Gleichgewicht geraten. In der Ökonomie wurde nach Möglichkeiten gesucht, um nicht vergleichbare Warenwerte miteinander in Austausch bringen zu können. Ziel war es, eine Ausgeglichenheit herzustellen, die den Handel an sich erst ermöglichte. Die Einführung des Geldes als Wertmaßstab - ich beziehe mich hier nur auf diesen Wortsinn - machte es möglich, Märkte mit Waren zu versorgen, Vielfalt und Wachstum zu forcieren. Die Frage nach der Angemessenheit eines Austauschs wird dem Preis überlassen, den man bereit ist zu zahlen oder nicht.
Ich behaupte, dass Kontakt ein Marktplatz ist. Ich habe etwas anzubieten und ich brauche etwas von dir. Du hast etwas anzubieten und brauchst etwas. Was hier gehandelt wird ist Informationen und Ausgleichsmöglichkeiten von Bedürfnissen. So entsteht eine Situation, die - wenn das Gegenüber das anzubieten hat, was ich brauche und ich das anzubieten habe was mein Gegenüber braucht, sich erfüllend, befriedigend für beide Seiten auflöst. Wir gehen zufrieden auseinander - der Kontakt war für beide erfolgreich, wir haben uns ausgetauscht. Selten ist klar, was ausgetauscht werden soll, was ausgetauscht wird. Selten wird konkret um etwas gebeten, selten wird konkret etwas angeboten. Ich erlebe und beobachte auch im Rahmen meiner Tätigkeit, was geschieht, wenn dieser Austausch nicht funktioniert. Zwangsläufig führt es zu Konflikten die aus dem Empfinden heraus geschürt werden, keinen Ausgleich für das erhalten zu haben, was man gegeben hat und gleichzeitig nicht das bekommen hat, was man gebraucht hätte. Also wofür bezahlen, wenn man nichts bekommt? Jeder von uns kennt Situationen, aus denen heraus der Eindruck entsteht das zwischenmenschliche Gleichgewicht sei in Schieflage geraten. Wenn man die Situation als nicht relevant für sich bewertet, ein Überangebot zur Verfügung steht und kein persönlicher Mangel vorherrscht, der auf Erfüllung drängt, hält man dieses Ungleichgewicht eine Zeit lang gut aus. Irgendwann kommt mit Sicherheit der Moment, indem man zumindest auf einen symbolischen Ausgleich hofft, um sich nicht ausgenützt zu fühlen. Der springende Punkt liegt genau hier. Jeder behauptet von sich zu geben. Das Dilemma liegt in der Tatsache, dass das, was man gibt für den anderen nicht den entsprechenden Wert hat, im Verhältnis zu dem, was gegeben wurde. Dadurch wird das Geben nicht wahrgenommen. Im schlimmsten Fall wird der Ausgleichsversuch als Beleidigung empfunden, da man den Eindruck gewinnt, dass das Gegeben für den Nehmenden keinen Wert besäße, da man ja nur wertloses Zeug dafür bekommen hat. Dabei wird ein wesentlicher Punkt übersehen: Das was Gegeben wird ist nicht vergleichbar, analog zu nicht vergleichbaren Warenwerten! Jedes für sich könnte in einem anderen Kontext als sehr wertvoll, in anderen Situationen sich als nutzlos erweisen! Es gibt kein Vergleichen!
Was würde sich verändern, wenn es den Menschen möglich wäre, eine Ausgleichsmöglichkeit - wie den Geldwert einzuführen, der den nötigen Ausgleich schafft? Nach dem Motto: ich habe dir im Moment nichts anzubieten was du brauchen könntest, ich brauche jedoch von dir das. Dafür gebe ich dir "Geld". Was würde sich im Miteinander verändern? Ich sehe darin eine Chance der Befriedung in einem Ausmaß, wie sie es die Welt noch nicht kannte!
Ich habe mich gefragt, welche Qualität diese zwischenmenschliche Währung haben müsste, um universell einsetzbar zu sein. Jeder müsste es zumindest als Minimumausgleich unmittelbar wahrnehmen können. Es müsste zumindest ein Bedürfnis unmittelbar befriedigen, welches im vollen Ausmaß nur  durch Interaktion zu befriedigen ist und das meistens einen Mangel aufweist. Und ich will jetzt nicht behaupten, dass ich darauf gestoßen bin! Gleichzeitig glaube ich, es könnte sich um RESPEKT handeln! (Das ist mein Antwortangebot)