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Montag, 27. Januar 2014

Textfragment Namen

Ich bin unzufrieden mit meinem Marktwert! Nicht, dass ich keinen hätte! Nicht, dass ich ihn für zu gering erachte. Der Markt und ich, wir haben unterschiedlicher Auffassungen, was an mir wertvoll ist und wofür der Markt bereit ist zu zahlen. Dieser Umstand irritiert mich massiv! Auf die Frage hin, was denn  der Markt an mir schätzt und was gänzlich von ihm unbewertet bleibt, fehlt es dem Markt nicht an Antworten. Gleichzeitig wird mir klar, wie wenig von meinem Selbstwert Wertschöpfung erfährt.
Der Markt misst beispielsweise meinem Namen einen Wert bei. Ich fühlte mich geschmeichelt! Stolz auf meine Kreativität, meine Empathie, meine Prozessarbeit erlag ich der Annahme, ICH hätte mir einen Namen erarbeitet! Meine anfängliche Freude darüber wurde durch mein Nachfragen getrübt. Namen werden gemacht - jedoch nicht von mir selbst! Es reicht offenbar, wenn mein Name zur relevanten Thematik in Verbindung gebracht wird! Es genügt dem Markt, dass A mich kennt, ohne einen Eindruck davon zu haben, wozu ich im Stande bin. Es ist irrelevant, wie ich es mache, was jemand davon gebrauchen konnte und was nicht. Hauptsache ich mache es oft genug in der Art, dass Meinungsbildner davon erfahren, dass ICH es war, der es getan. Um es deutlicher auszudrücken: Mein Kunde würde - sofern der Markt meinen Preis festsetzen würde - dafür bezahlen, dass ein Namhafter, der vermutlich genau so zu seinem Namen gekommen ist, wie ich zu meinem, mich im , für den Kunden relevanten Kontext, erwähnt! Mein Kunde bezahlt nicht für Hören sagen sondern für Namen sagen! Mein Name steht nicht für mich! Einen Namen zu haben ist offenbar etwas, dass einem von anderen beigemessen wird, ahnungslos davon, wer oder was diesen Namen trägt. Ich will, dass mein Name für mich steht. Ich will, dass mein Name mit meinem Qualitätsanspruch, mit meinen Vorzügen und Schwächen, mit all dem, was mich und mein Wirken ausmacht, in Verbindung gebracht wird. Ich pfeife auf den Ruf, der letztendlich substanzlos in der Leere verhallt! Dafür gebe ich meinen Namen nicht her! Wenn mein Name nicht durch mich für mich steht, dann soll er das bleiben was er ist: eine Ansprechmöglichkeit mit Anspruch!